S.M. Kanonenboot "Wolf"
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Überblick

    Bau
    Nach der Reichsgründung 1871 hatte die deutsche Wirtschaftstätigkeit in Ostasien zugenommen. Pieraterie entlang der chinesischen Küste gegen europäische Firmenniederlassungen zwang zur Stationierung von Kriegsschiffen.
    Das Kanonenboot "Wolf" war das erste deutsche Kriegsschiff, welches dauerhaft in Osasien stationiert werden sollte.

    Nach einem Amtsentwurf von 1876 erhielt auf der Kaiserlichen Werft Wilhelmshaven den Auftrag ein Kanonenboot 1.Klasse zu bauen. Es wurde zunächst als Ersatz "Blitz" bezeichnet und erhielt auch Teile der Maschinenanlage des Kanonenbootes Blitz.
    Nach dem Spapellauf und der Taufe durch KAdm Klatt (damaliger Chef der Marinestation Nordsee) am 21.März 1878, folgte am 01.10.1878 die Indienststellung. Bereits am 26.10. verließ "Wolf" Wilhelmshaven mit dem Ziel China. Trotz eines Maschinenschadens erreichte das Kanonenboot am 02.02.1879 Singapore.

    Dem Aussehen nach war "Wolf" eher ein Segelschiff als ein Motorschiff. Gebaut wurde das Schiff als Barkentine, mit einer Segelfläche von 541 qm. Später wurde die Besegelung auf 290 qm verringert.

    Der aktive Dienst
    Zunächst lief das Kanonenboot einige Häfen des ostasiatischen Raumes an und traf am 01.05.1879 in Honkong mit den Kreuzerkorvetten "Feya" und "Luise" sowie dem Kanonenboot "Cyclop" zusammen.
    Auf der weiteren Reise des Kanonenbootes nach Japan ankerte dieses am 01.07. vor Jokohama und traf auf "Prinz Adalbert". Am 22.07. verließ "Wolf" wieder Jokohama und dampfte nach Schanghai. Nach dem Besuch weiterer Häfen bezog "Wolf" am 30.11. in Tschifu das Winterquartier.

    Im Januar des Jahres 1881 wurde das Kanonenboot dem Ostasiatischen Kreuzergeschwader unterstellt und besuchte in der Folgezeit wieder Häfen des Stationsgebietes.
    Vom 16.06. - 10.07.1882 lag "Wolf" zusammen mit dem Flaggschiff "Stosch" vor Tschemulpo, zur Unterzeichnung eines deutsch-koreanischen Handelsvertrages.

    Nach fünf Jahren Stationsdienst trat "Wolf" nach dem Eintreffen des Ablösungsschiffes Nautilus am 30.Mai 1884 die Heimreise an. Diese führte vorbei an der Westküste Afrikas. Nach einem Aufenthalt in Kapstadt traf "Wolf" Anfang August vor der Küste Südwestafrikas mit der Kreuzerfregatte "Leipzig" und "Elisabeth" zusammen. Hier nahm das Kanonenboot an der Besitzergreifung Deutsch-Südwestafrikas teil.
    Das Kanonenboot setzte anschließend seine Heimreise fort und stellte am 30.10.1884 zur Grundüberholung außer Dienst.

    Am 08.04.1886 erfolgte die erneute Indienststellung. "Wolf" sollte in der Folge das Schwesterschiff "Iltis" auf der ostasiatischen Station ablösen. Am 18.04. verließ "Wolf" Wilhelmshaven.
    Nach der Passage des Suez-Kanals lief "Wolf" Anfang Juni die Insel Perim an. Hier sollte man versuchen Spuren der im Vorjahr in diesem Seegebiet verschollenen Galldeckskovette "Augusta" zu finden, welche vermutlich in einem starken Cyclon im Golf von Aden sank. Die Suche verlief jedoch ergebnislos.

    Bis ins Jahr 1895 versah das Kanonenboot seinen Stationsdienst in Ostasien, bevor es am 27.09. in Danzig erneut zur Überholung außer Dienst gestellt wurde.

    Auf die nächste Indienststellung, am 01.10.1897, folgte der Auslandseinsatz in Afrika bis zum Jahre 1905. Am 18.07. des selben Jahres kam es zur endgültigen Außerdienststellung in Danzig. Am 03.02.1906 wurde "Wolf" aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen. Noch bis 1919 diente das Kanonenboot der Kaiserlichen Werft als Reparaturschiff und wurde am am 24.04.1919 zum Abwracken verkauft.