Bau
Unter dem Baunamem Ersatz "Hyäne" wurde im September 1897, bei F. Schichau in Danzig, ein neues Kanonenboot der
Iltis-Klasse auf Kiel gelegt.
Nach den Probefahrten, vom 04.April 1898 bis zum 25.05.1899, trat "Jaguar" schon am 25.Mai des gleichen Jahres die
Reise zum neuen Bestimmungsgebiet Ostasien an.
Der aktive Dienst
Noch auf der Reise erreichte das Kanonenboot der Befehl in die Südsee zu fahren. Da Spanien nach verlorenem Kriege
mit den USA einige Inselgruppen dem Deutschen Reich verkauft hatte, sollte "Jaguar" nun die Flagge zum Zeichen der
Inbesitznahme auf den Inseln hissen.
Dies erfolgte am 13.Oktober 1899 auf Ponape (Karolinen), am 03.November auf Jap (Mariannen) und am 17.November auf
Saipan (Mariannen).
Am 30.November lief das Kanonenboot zu Reparaturen in Shanghai ein. Am 04.Januar 1900 erreichte es Tsingtau und begann
den Stationsdienst.
Ab Juni war "Jaguar" im Rahmen der Boxerunruhen in Schutzmaßnahmen für Deutsche eingebunden. Am 23.Oktober 1900
kehrte "Jaguar" nach Tsingtau zurück.
Die Jahre darauf folgte Stationsdienst ohne nennenswerte Ereignisse.
Am 15.Oktober 1908 verließ das Kanonenboot Shanghai mit dem Ziel Ponape. Hier war es zu Unruhen unter der Bevölkerung
gekommen. Am 25.November erreichte "Jaguar" die Karolinen-Insel. Ein Eingreifen war jedoch nicht mehr notwendig.
Die Monate darauf folgte eine Reise zu benachbarten Inseln, bevor das Kanonenboot am 28.März 1909 vor Samoa mit den
kleinen Kreuzern "Arcona" und "Leipzig" zusammentraf. Die hier ausgebrochenen Unruhen konnten schnell unterdrückt werden und
"Jaguar" brachte den Anführer nach Jaluit in die Verbannung.
Im Jahre 1910 kam es in Hankau zu schweren Unruhen. Am 21.Dezember schiffte "Jaguar" ein Landungskorps aus. Die Ordnung
sollte gemeinsam mit chinesischen Einheiten und einem internationalen Freiwilligenkorps wieder hergestellt werden.
Die zog sich bis in den Februar 1911.
Die 1911 ausgebrochene chinesische Revolution forderte auch den Einsatz von "Jaguar". So stellte stellte die Besatzung
unter Anderem eine Konsulatswache in Futschau. Erst am 28.April kehrte das Kanonenboot nach Tsingtau zurück.
Ein Leck aufgrund einer Grundberührung auf dem Jangtsekiang im Februar 1914, erforderte eine größere Reparatur in einem
Dock. Hierzu ging "Jaguar" nach Shanghai, musste aber am 31.Juli wegen Kriegsgefahr ausdocken und konnte den Hafen unbemerkt
von den dort liegenden britischen Kriegsschiffen in der Nacht verlassen.
Darauf kehrte "Jaguar" nach Tsingtau zurück und wurde dem Gouverneur unterstellt.
Bis kurz vor den Fall Kiautschous war das Kanonenboot zur Verteidigung eingesetzt. Dabei versenkte "Jaguar" einen
zuvor auf Grund gelaufenen japanischen Zerstörer.
Am 04.Oktober 1914 wurde "Jaguar" schwer am Bug getroffen. In der Nacht vom 06. auf den 07.November wurde auch das letzte
an der Verteidigung Kiautschous beteiligte Kriegsschiff von der Besatzung in der Buch von Kiautschou versenkt.
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