S.M. Kanonenboot "Iltis II"
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Überblick

    Bau
    Nach dem schmerzlichen Verlust des ersten Kanonenbootes, welches den Namen "S.M.S. Iltis" trug (es war am 23.Juni 1896 während eines schweren Sturmes nach dem Auslaufen aus Tschifu auf ein Riff gelaufen), wurde der Ruf laut ein neues Boot mit diesem Namen zu bauen.
    Die Kiellegung fand 1897 auf der Schichau Werft in Danzig statt. Der Stapellauf folgte am 04.August 1898. Bereits am 08.Dezember 1898 wurde das Boot in Dienst gestellt und am 06.Februar 1899 verließ es seinen neuen Heimathafen Kiel, um wie der alte "Iltis" nach Ostasien zu gehen. Erster Kommandant wurde Korvettenkapitän Lans.

    Der aktive Dienst
    Die Reise führte nach Falmouth und weiter durch den Golf von Biskaya. Hier leistet das Kanonenboot zum ersten Mal Hilfe. Der englischen Dampfer "Port Darwin" war mit gebrochener Kurbelwelle manövrierunfähig. "Iltis" schleppte das Schiff zur Reparatur nach Coruna in Spanien.
    Weiter führte die Fahrt nach Gibraltar, durchs Mittelmeer nach Port Said, den Suezkanal, Aden, Colombo (Ceylon), Penang nach Singapore. Hier traf man unverhofft auf den Reichsdampfer "Prinz Heinrich", welcher von Ostasien kommend in die Heimat fuhr. Der Dampfer hatte die Prinzessin Heinrich an Bord, welche vom Besuch ihres Gemahls zurückkehrte. Die weitere Reise führte noch über Shanghai und am 16.Mai 1899 kam das Boot endlich in Tsingtau an.

    Im Juni des selben Jahres ging das Boot ins Dock nach Schanghai, um die Spuren der langen Reise zu beseitigen. Im gleichen Jahr noch begannen die Kreuzfahrten durch ostasiatische Gewässer, welche auch schon der alte "Iltis" unternommen hatte. Die Rundreise führte das Kanonenboot nach Schimonseki, Gensan, Wladawostok, Cartries und Hakodate. Danach weilte "Iltis II" mal in Tsingtau und mal im Fluss Yantse.
    Zu Beginn des Jahres 1900 besuchte man die südchinesischen Häfen Hongkong, Kanton und Macao. Danach ging es über Amon nach Japan. Die Rückkehr nach Tsingtau erfolgte von Kobe aus durch den Golf von Petschili, wobei auf der Reede von Taku vorübergehend geankert wurde.

    "Iltis II" und die Unruhen in China
    Die sogenannte "Boxerbewegung" die sich in der Zeit nach dem verlorenen Kriege Chinas mit Japan gebildet hatte, sorgte zunehmend für Wirren im Lande. Dies zwang auch das Kanonenboot dazu sich bereit zu machen. Am 29. Mai 1900 verließ es den Hafen von Tsingtau und steuerte wieder die Taku-Reede an.

    Quelle: Sr.Maj.Kanonenboot "Iltis", Stephan Seibel Verlag, Altenburg 1905

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