S.M.S. Scharnhorst Deutsches Kreuzergeschwader Ostasien S.M.S. Gneisenau
    Einloggen     zurück zur Startseite Hauptseite
Kontakt
Gästebuch
Sitemap
Literatur
letzte Aktualisierung: 28.03.2010
Anzeige:
Zusammenfassung der Geschichte des Ostasiengeschwaders

Im Jahre 1859 reiste erstmals ein Verband aus mehreren Schiffen der Königlich Preußischen Flotte in die ostasiatische Region.
Japan hatte seine Häfen inzwischen erstmals dem Welthandel geöffnet. Mit England, Rußland und den USA hatte Japan bereits Handelsverträge geschlossen. Preußen wollte gleiches erreichen und entsandte unter dem Befehl Kommodores Sundewall die Dampffregatte "Arcona", die Segelfregatte "Thetis", den Schoner "Frauenlob" und das Transportschiff "Elbe" nach Ostasien.
Auf der Etappe von Singapur nach Yokohama gerieten die Schiffe in einen Taifun. Dabei sank am 02.September 1860 "Frauenlob" und mit ihr die gesamte Besatzung. Die anderen Schiffe kamen sicher in Yokohama an.
Dem ersten preußischen Gesandten in Japan, Graf Schulenberg, gelang es die Wurzeln der späteren Zusammenarbeit mit dem "Reich der Sonne" zu legen.
Im Jahre 1862 kehrten die verbliebenen drei Schiffe in die Heimat zurück.

Nach Reichsgründung 1871 rückte der Schauplatz Ostasien ins Interesse des Kaisers. Nach gewonnenem "Deutsch - Französischem Krieg" suchte das Reich nach neuen Absatzmärkten. England und Russland waren insbesondere in China bereits aktiv und verfügten hier über diplomatische Vertretungen. England unterhielt mit Honkong seit 1842 sogar einen eigenen Flottenstützpunkt in ostasiatischen Gewässern.
In den siebziger Jahren hatte der Kaiser zunächst das Kanonenboot "Cyclop" nach Ostasien entsandt. Erst 1880 löste ihn das Kanonenboot "Iltis" ab.
Im Jahre 1881 wurde die Flotte entscheidend verstärkt und das "Ostasiatische Kreuzergeschwader" gebildet. Erster Geschwaderchef wurde KAdm von Blanc.

Als sich im Jahre 1894 schwere technische Verschleißerscheinungen am Flaggschiff, der Kreuzerfregatte "Leipzig", herausstellten ordnete der Staatssekretär des Reichsmarineamtes, VAdm Hollmann, überraschend die Auflösung des Geschwaders an. Das Flaggschiff wurde in die Heimat zurückbeordert, da die Reparaturkosten in Kapstadt zu hoch erschienen. Der Reichskanzler von Caprivi stimmte der Auflösung sofort zu, da er eine negative Haltung zur Flottenpolitik im Ausland hatte. Auch Kaiser Wilhelm II. stimmte zu, allerding mit völlig anderen Motiven. Er wollte die Repräsentanz der Marine in Übersee auf einen Nullpunkt führen. Der wahrscheinliche Widerstand im Volk sollte den Reichstag zu einer Änderung der Flottenpolitik im Ausland bewegen.

Der chinesisch-japanische Krieg (1894) zwang jedoch die Großmächte ihre Einheiten in Ostasien aufzustocken. Daraufhin wurde der Auflösebefehl wieder geändert und eine Ostasiatische Kreuzerdivision gebildet.

Über einen eigenen Stützpunkt in Ostasien verfügte der Kaiser jedoch nicht. Somit waren die Schiffe bei Reparaturen und der Brennstoffversorgung auf fremde Häfen angewiesen, was oftmals Wartezeiten und hohe Kosten mit sich brachte.
Dies änderte sich im Jahre 1897. In China regte sich am Ende des Jahrhunderts Widerstand gegen abendländische Missionierung und die Besetzung von ganzen Landesteilen, was im Jahre 1900 zum sogenannten "Boxeraufstand" führen sollte.
Als die Ermordung zweier deutscher Missionare auf der Shantung-Halbinsel bekannt wurde, befahl Wilhelm II. die Besetzung der Bucht von Kiautschou am 14.November 1897, die für einen solchen Fall schon im Vorfeld erkundet worden war. Auch der frühere Chef der Kreuzerdivision Tirpitz (inzwischen Staatssekretär im Reichsmarineamt) hatten die Bucht empfohlen, da sie weit entfernt von Gebieten mit britischem Interesse lag und leicht zu verteidigen war.
An der Besetzung waren die Landungkorps folgender Schiffe beteiligt:

» S.M. Großer Kreuzer "Kaiser"
» S.M. Kleiner Kreuzer "Prinzess Wilhelm"
» S.M. Kleiner Kreuzer "Cormoran"
   ab 17.November:
» S.M. Kreuzerkorvette "Arcona"
   ab 02.Dezember:
» S.M. Kreuzerkorvette "Irene"
Landung in der Bucht von Kiautschou
Gemälde der Landung

Als sich die Lage in China vorübergehend beruhigte, überließ der chinesische Kaiser am 06.März 1898 Deutschland das Gebiet Kiautschou für 99 Jahre zur Pacht. Die Verwaltung des neuen Schutzgebietes übernahm das Reichsmarineamt.

In der Folgezeit gewährte die chinesische Regierung Erleichterungen im Handelsverkehr und verlieh zahlreiche Eisenbahnkonzessionen.
Für den Kaiser war insbesondere das Fischerdorf "Tsingtau" von Interesse. Es wurde zum Stützpunk der deutschen Flotte in Ostasien ausgebaut. Zum dauerhaften Schutz und Ablösung der Landungskorps der Schiffe wurde das neu aufgestellte III. Seebatallion von Cuxhaven nach Tsingtau verlegt.

Auch setzte sich die Meinung durch, daß die relativ kleine Kreuzerdivision zum Schutz nicht mehr ausreicht. Am 23.November 1897 erging daher der Befehl zur Aufstellung einer 2.Kreuzerdivision und die Vereinigung beider Divisionen zum neuen Kreuzergeschwader. Der neue Geschwaderchef von Diedrichs (zudem Chef der 1.Kreuzerdivision) wurde zum Vizeadmiral befördert. Die II. Kreuzerdivision stand unter dem Befehl des KAdm Prinz Heinrich von Preußen.

1899 kaufte das Reich die Karolinen, Marianen sowie Palau von Spanien. Im Jahre 1900 folgte Samoa. Diese Südseeinseln gehörten auch zum Stationsgebiet des Kreuzergeschwaders.

Im Rahmen des "Boxeraufstandes" 1900 wurde das Kreuzergeschwader zeitweise erheblich aufgestockt. So wurden die vier Linienschiffe der Brandenburklasse aus der Heimat heran geführt und bis Juni 1901 ins Kreuzergeschwader integriert ("Kurfürst Friedrich Wilhelm", "Brandenburg", Weißenburg" und "Wörth"). Von den Schiffen des Geschwaders war insbesondere das Kanonenboot "Iltis II" bei der Erstürmung der Taku-Forts in Kampfhandlungen verwickelt.

In den folgenden Jahren entwickelte sich Tsingtau zu einer Musterstadt und die wirtschaftliche Bedeutung des Schutzgebietes wuchs rasant. Dies war auch nötig, um die hohen Kosten der Präsenz in Ostasien zu rechtfertigen.
Im Laufe der Jahre wechselten regelmäßig die Schiffe, die nach Osasien abgestellt waren. Zum Zeitpunkt des Ausbruches des ersten Weltkrieges, am 2.August 1914, gehörten folgende deutsche Schiffe zur ostasiatischen Station:

Kreuzergeschwader:
» Panzerkreuzer "Scharnhorst" und "Gneisenau"
» kleine Kreuzer "Emden", "Nürnberg" und "Leipzig"
» Hilfskreuzer "Cormoran"
» Begleitdampfer "Titania"

dem Kreuzergeschwader unterstellt:
» Kanonenboote "Iltis", "Jaguar", "Tiger", "Luchs" und "Cormoran"
» Flußkanonenboote "Tsingtau", "Otter" und "Vaterland"
» Torpedoboote "S90" und "Taku"
» kleiner Kreuzer "Kaiserin Elisabeth" (K.u.K. Marine)

Karte von Ostasien
Karte von Ostasien

In dieser letzten Zusammenstellung ist das Kreuzergeschwader auch unter "Geschwader Spee" bekannt, nach dem letzten Geschwaderchef Vizeadmiral Graf von Spee. Seine beide Söhne dienten ebenfalls auf Schiffen des Geschwaders.
Am Freitag, dem 7.August 1914 liefen "Scharnhorst", "Gneisenau", "Nürnberg" und "Titania" zum letzten Mal von Tsingtau aus. Das Geschwader sollte zunächst Handelskrieg nach Prisenordnung führen.
Am 12. August 1914 stieß auch der kleine Kreuzer "Emden" zum Geschwader. Bereits am 14. August entließ der Geschwaderchef "Emden" wieder - zur selbständigen Kriegsführung im Indischen Ozean. Der ebenfalls zum Geschwader gehörende kleine Kreuzer "Leipzig" befand sich bei Kriegsbeginn vor der mexikanischen Westküste. Erst im Oktober stieß "Leipzig", gemeinsam mit dem kleinen Kreuzer "Dresden", der zur ostamerikanischen Station gehörte, zum Geschwader.
Das Geschwader überquerte in der Folgezeit den Pazifik. Dabei machte man ein letztes Mal bei verschiedenen deutschen Stationen der Südsee halt, wo das Geschwader alle nur erdenkliche Unterstützung bekam.

Am 1. November trafen die verblieben Schiffe "Scharnhorst", "Gneisenau", "Leipzig", "Dresden" und "Nürnberg" in der "Seeschlacht bei Coronel" auf einen gleichwertigen britischen Verband, welcher nach mehrstündigem Gefecht zerschlagen werden konnte.
Dem Sieg folgte jedoch schon einige Monate später, am 8.Dezember, die bittere Niederlage.
Beim Versuch nach Europa durchzubrechen, traf das Kreuzergeschwader bei den Falklandinseln auf in erdrückender Weise überlegene britische Kräfte.
Im Verlaufe der "Falklandschlacht" wurden die Panzerkreuzer "Scharnhorst" und "Gneisenau", sowie die kleinen Kreuzer "Leipzig" und "Nürnberg" versenkt.
Mit Ausnahme des kleinen Kreuzers "Dresden", verließ nur das Lazarettschiff "Seydlitz" das Schlachtfeld schwimmend.
Viele der über 2200 Seeleute auf den deutschen Kreuzern fanden so in der Nähe der Falklandinseln ihr Seemannsgrab, darunter auch der Geschwaderchef und seine beiden Söhne. Nur 214 Mann wurden gerettet.

Trotz dieser bitteren Niederlage blieb der Mythos, welcher von diesem Geschwader ausging, bis in die heutige Zeit erhalten.

Sonnenuntergang

Ziel
Diese Projekt befindet sich in permanenter Erweiterung.
Es sollen die Schiffe, Besatzungen und Geschichten des Geschwaders beleuchtet werden. Die Kolonie Kiautschou und politische Hintergründe werden nur am Rande behandelt, da es hierzu bereits hinreichend Quellen im Internet gibt.

 © 2003-2010 www.kreuzergeschwader.de zurück  top