Bau
Am 29.August 1906 lief auf der Kaiserlichen Werft in Kiel ein kleiner Kreuzer der Königsberg-Klasse vom Stapel
und wurde vom Oberbürgermeister Nürnbergs, Dr. von Schuh, auf den Namen "Nürnberg" getauft . Auf Kiel gelegt wurde der Kreuzer noch
unter dem Baunamen Ersatz "Meteor".
Am 10.April 1908 stellte "Nürnberg" erstmals für Probefahrten in Dienst. Diese wurden am 04. und 05.Juni durch die
Einschiffung von Prinz Ludwig unterbrochen (zur Teilnahme an einer Übung der Hochseeflotte). Am 03.Juli konnten die
Probefahrten abgeschlossen werden und "Nürnberg" musste wegen Personalmangel zunächst wieder außer Dienst gestellt werden.
Der aktive Dienst
Am 01.Februar 1910 stellte "Nürnberg erneut in Dienst. Gegen Ende 1910 wurde der kleine Kreuzer nach Ostasien
entsandt und traf am 09.April 1911 (evtl. auch am 05.) in Singapore ein.
"Nürnberg" löste den bereits im Februar aus dem Geschwader ausgeschiedenen kleinen Kreuzer "Arcona" ab.
Noch im selben Jahr besuchte "Nürnberg" gemeinsam mit "Scharnhorst" und "Emden" die Samoa-Inseln und Friedrich
Wilhelms-Hafen. Hier lag mit Maschinenschaden das deutsche Vermessungsschiff "Planet". "Nürnberg" schleppte dieses vom
09. bis 24.September zum Reparaturhafen Singapore.
Am 10.Januar 1911 traf der kleine Kreuzer bei den Karolinen mit "Emden" und "Cormoran" zusammen, um einen auf der Insel
Ponape ausgebrochenen Aufstand zu beenden. Dies dauerte bis Ende Februar.
Während der chinesischen Revolution hielt sich "Nürnberg" im Stationsgebiet auf, musste aber nicht entscheidend
eingreifen.
Ende 1913 dampfte "Nürnberg" nach Mexiko, wo es an der Westküste zu Unruhen gekommen war. Wie auch der kleine Kreuzer
"Dresden", lief "Nürnberg" verschiedene Häfen zur Sicherung deutscher Interessen an. Ein Eingreifen war jedoch nicht notwendig.
Nach Kriegsausbruch kehrte "Nürnberg" dem Stationsgebiet, zusammen mit dem Kreuzergeschwader, den Rücken. Am 14.Juni 1914,
dem Tag der Seeschlacht bei Coronel, brachte "Nürnberg" den bereits schwer zusammengeschossen britischen Panzerkreuzer
"Monmouth" zum sinken.
Einige Monate später, am 08.Dezember, ereilte "Nürnberg" das gleiche Schicksal. In der Falklandschlacht sank fast das
gesamte deutsche Geschwader. 327 Mann fanden den Tod und nur 7 Mann der Besatzung der "Nürnberg" überlebten, darunter
kein Offizier.
Das Wrack liegt auf der Position 53°30'S 55°00'W (andere Quellen sprechen von 53°28'S 55°04'W).
|