Bau
Unter dem Baunamen Großer Kreuzer "C" wurde am 28.Dezember 1904 auf der A.G. Weser in Bremen ein Neubau auf Kiel
gelegt.
Das Schiff, welches auch als Panzerkreuzer eingestuft wurde, lief am 14.Juni 1906 verspätet vom Stapel. Die Schiffstaufe
auf den Namen "Gneisenau" nahm Generaloberst Graf von Schlieffen vor, der damalige Chef des Generalstabes.
Im Jahre 1905 war es zu einer Verzögerung durch Streik der Werftarbeiter gekommen. Aus diesem Grund wurde
"Gneisenau" erst nach dem Schwesterschiff "Scharnhorst" fertiggestellt, welches deshalb auch Typschiff wurde.
Am 12. Juli 1908, nach Beendigung der Probefahrten, trat das Schiff in den Verband der Hochseeflotte ein.
Der aktive Dienst
"Gneisenau" wurde zunächst der 1. Gruppe der Aufklärungsschiffe zugeteilt.
Im Jahre 1911 wurde der Kreuzer nach Ostasien entsandt und traf am 14.März in Tsingtau ein.
Wie bei den meisten Schiffen jener Zeit wurde die Maschine mit Kohle beheizt,
welche mühsam von der Besatzung in Säcken an Bord geschafft werden musste. Der zur damaligen Zeit übliche Rammsteven bewirkte,
daß bei schwerem Wetter die See sehr stark überkam. Im Gegensatz zum Schwesterschiff "Scharnhorst" war "Gneisenau" immer grau
angestrichen. Gut zu unterscheiden war "Gneisenau" duch die nach vorn gezurrten Bootskrane.
Als klassischer Panzerkreuzer war das Schiff besonders im Bereich der Wasserlinie mit bis zu 15 cm dickem
Stahl versehen, um ein Durchschlagen von Geschossen zu verhindern.
Schiffe dieser Bauart waren oft in einer Schlacht zuerst kampfunfähig, z.B. durch Zerstörung
der Artillerie, Maschine oder wenn die Munition verschossen war. Die Schwimmfähigkeit jedoch war oft noch gegeben.
In der Folge wurden oft die Seeventile geöffnet und das Schiff selbst versenkt, um es nicht dem
Gegner in die Hände fallen zu lassen.
"Gneisenau" verblieb bis zum Kriegsbeginn in Ostasien. Das Schiff wurde während der Falklandschlacht am 08.Dezember
1914 versenkt und riss 598 Mann mit in die Tiefe. Immerhin 187 Mann überlebten die Schlacht. Zu ihnen zählte auch der erste Offizier KKpt
Hans Pochhammer, welcher später das Buch "Graf Spees letzte Fahrt" schrieb (erschienen 1924 im Koehler Verlag Leipzig).
Das Wrack liegt auf der Position 52°42'S 56°05'W (andere Quellen sagen 52°46'S 56°04'W).
Modellbau
Von Modellbau Zinnecker (www.mz-modellbau.net) gibt es einen qualitativ hochwertigen Bausatz im Maßstab 1:100, welcher sowohl für
"Scharnhorst" als auch für "Gneisenau" verwendet werden kann (Gesamtlänge 144,6 cm).
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