Im folgenden Abschnitt ist das Schicksal des kleinen Kreuzers chronologisch aufgeführt:
| 02.06. | Dampfer „Patricia“ (HAPAG) erreicht Tsingtau mit 1500 Mann Ablösung für das Kreuzergeschwader.
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| 20.06. | Admiral Graf Spee verläßt Tsingtau zur Südseereise mit „S.M.S. Scharnhorst“, „S.M.S. Gneisenau“ und
dem Begleitdampfer „Titania“
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| 29.06. | Die Nachricht vom Attentat in Sarajevo erreicht Tsingtau.
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| 28.07. | Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien.
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| 30.07. | S.M.S. Emden gibt entbehrliche Gegenstände von Bord.
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| 31.07. | S.M.S. Emden verläßt Tsingtau, um nicht im Hafen blockiert zu werden.
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| 02.08. | Beginn der Feindseligkeiten gegen das russische Reich.
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| 04.08. | S.M.S. Emden bringt um 0400 in der Tsushima-Straße den russischen Dampfer „Rjäsan“ auf.
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| 06.08. | S.M.S. Emden und Prise „Rjäsan“ laufen in Tsingtau ein. „S.M.S. Emden“ läuft am Abend mit dem zum
Hilfskreuzer umgebauten NDL-Postdampfer „Prinz Eitel Friedrich“ und dem Kohlenfrachter „Markommannia“
(HAPAG) wieder aus.
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| 10.08. | Der Hilfskreuzer „S.M.S. Cormoran“ (ex „Rjäsan“) verläßt Tsingtau zur Vereinigung mit dem
Kreuzergeschwader. Bewaffnung und Besatzung wurden vom alten Kreuzer „S.M.S. Cormoran“ übernommen,
der nicht kriegsbereit in der Werft liegt.
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| 12.08. | „S.M.S. Emden“ stößt in Pagan zur Kreuzergeschwader und übernimmt dort Kohlen.
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| 14.08. | Graf Spee entläßt „S.M.S. Emden“ und den Kohlendampfer „Markommannia“ zum Kreuzerkrieg im Indischen
Ozean.
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| 19.08. | „S.M.S. Emden“ trifft in Angaur den NDL-Postdampfer „Prinzess Alice“
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| 21.08. | „S.M.S. Emden“ trifft auf See den Dampfer „Bochum“ (NDL) und den alten Kreuzer „S.M.S. Geier“
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| 24.08. | Kohlenübernahme aus Markommannia
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| 28.08. | „S.M.S Emden“ erreicht durch die Lombok-Straße den ihr als Operationsgebiet zugewiesenen Indischen
Ozean.
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| 04/05.09. | Kohlenübernahme in Langini-Hafen / Simaloer
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| 09.09. | Dampfer „Pontoporos“ aufgebracht.
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| 10.09. | Dampfer „Indus“ aufgebracht, ausgepackt und versenkt.
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| 11.09. | Dampfer „Lovat“ aufgebracht, ausgepackt und versenkt.
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| 12.09. | Vor der Hooghly-Mündung Dampfer „Killin“ und „Kabinga“ aufgebracht.
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| 13.09. | Dampfer Diplomat aufgebracht und versenkt, „Killin“ versenkt, italienische Dampfer „Loredano“ und
„Dandolo“ angehalten und nach Überprüfung entlassen.
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| 14.09. | Kohlendampfer „Trabboch“ vor Kalkutta versenkt, „Kabinga“ mit den Besatzungen der versenkten Schiffe
nach Kalkutta entlassen, später Dampfer „Clan Matheson“ aufgebracht und versenkt.
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| 15.09. | Operationsgebiet mit Kurs auf Andamanen verlassen
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| 16.09. | Andamanen erreicht, Kohlenübernahme
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| 17.09. | Kurs Rangun, Burma
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| 18.09. | Vor Rangun norwegischen Dampfer „Dovre“ angehalten und mit Besatzung der „Clan Matheson“ entlassen.
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| 19.09. | Kohlenvorrat aufgefüllt, Kurs auf Madras.
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| 22.09. | Überfall auf die Shell-Öltanks und die Küstenbatterie von Madras, zwischen 2142 und 2152 ca. 130
Schuß abgefeuert und einen ungeheueren propagandistischen Erfolg gegen die britischen Kolonialherren
in Indien erzielt, dann Kurs um Ceylon westwärts auf Malediven.
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| 25.09. | 30 sm südlich Ceylon Dampfer „King Lud“ versenkt, „Tymeric“ aufgebracht.
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| 26.09. | „Gryfevale“ aufgebracht.
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| 27.09. | Kohlendampfer „Buresk“ aufgebracht.
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| 28.09. | Dampfer „Ribera“, versenkt, „Foyle“ aufgebracht, holländischen dampfer „Djocja“ angehalten, später
„Foyle“ versenkt.
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| 29.09. | Kohlenübernahme, sehr positive Berichte der Kapitäne von „Tymeric“ „Ribera“, „Foyle“ und „King Lud“
in der „Times of Ceylon“ über die Kaperung ihrer Schiffe und die Behandlung durch die Deutschen.
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| 30.09. | Kohlendampfer „Markommannia“ leer entlassen mit Weisung, in Niederländisch-Indien neue Ladung aus
Kohlen und Vorräten zu nehmen und Anfang November einen vereinbarten Treffpunkt anzulaufen.
„S.M.S. Emden“ nimmt Kurs auf Diego Garcia
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| 09.10. | Kohlenübernahme und Wartungsarbeiten in Diego Garcia, wo man vom Krieg noch nichts weiß ,da der
Chagos-Archipel nur alle 3 Monate von einem Segler angelaufen wird, der kurz vor Kriegsausbrauch die
Inselgruppe verlassen hatte.
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| 10.10. | S.M.S. Emden fängt einen britischen Funkspruch ab, der die Gegend zwischen Aden und Colombo nun als
sicher bezeichnet und läuft erneut den Golf von Bengalen an.
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| 15.10. | In den nördlichen Malediven Kohlen aufgefüllt, dann Kurs auf Minikoi. Gegen Mitternacht „Clan Grant“
aufgebracht und Kurs auf Ceylon genommen.
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| 16.10. | Bagger "Ponrabbel" zur großen Freude der Besatzung, die das in See erheblich schlingernde und nur 4
kn laufende Fahrzeug nach Australien überführen sollte und sich schlauerweise im voraus bezahlen
ließ, versenkt, anschließend Clan Grant" versenkt und gegen 2300 Frachter "Benmohr" aufgebracht und
versenkt.
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| 17.10. | Spanischer Postdampfer "Fernando Po" nach Signalverkehr entlassen. Das Schiff wurde nicht näher
untersucht, um eine Identifizierung der "Emden" zu verhindern.
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| 18.10. | Dampfer "Troilus" aufgebracht, dessen Kapitän den britischen "Naval Intelligence Service" und
dessen sichere Routen lauthals verfluchte, daraufhin weiter auf der nun bekannten gegnerischen
Route geblieben, Dampfer "St. Egbert" aufgebracht und als "Lumpensammler" mitgenommen, da die
Ladung des Dampfers amerikanisches Eigentum war.
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| 19.10. | Kurz nach Mitternacht britischen Kohlendampfer "Buresk" mit 5500 t bester Cardiff-Kohle aufgebracht.
Dies bedeutet für Emden Brennstoff für mehrere Monate Fahrzeit, gemessen am bisherigen Verbrauch.
Gegen 0800 Dampfer "Chilkana" aufgebracht, später "Chilkana" und "Troilus" versenkt, "St. Egbert"
mit den Gefangenen nach Cochin entlassen und Kurs Süd um Ceylon genommen.
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| 21.10. | Kohlendampfer "Exford" wegen dessen niedriger Höchstgeschwindigkeit ein "Klotz am Bein" auf
Warteposition 30 sm nördlich North Keeling entlassen, wo "Exford" bis zum 15.11. auf "Emden" warten
soll.
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| 22.10. | Feier des Geburtstages de Kaiserin auf hoher See.
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| 26.10. | Bei den Nikobaren aus "Buresk" gekohlt und diese anschließend auf Warteposition 40 sm nördlich
Nordspitze von Sumatra entlassen, Kurs auf Penang genommen.
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| 28.10. | In den frühen Morgenstunden stößt "Emden" unerkannt vom Lotsenboot in den Innenhafen von Penang vor.
Um 0518 torpediert sie den dort liegenden russischen Kreuzer "Schemtschug" und beschießt den Gegner
mit Artillerie. Nach einem weiteren Torpedotreffer um 0528 bricht "Schemtschug" in 2 Teile und sinkt.
Um nicht in de schmalen schlauchartigen Zufahrt zum Hafen eingeschlossen zu werden, stößt "Emden"
angesichts einer dicken Rauchwolke in der Einfahrt verläßt "Emden" den Hafen und nimmt den neuen
Gegner unter Beschuß, der sich kurz darauf als kleiner Regierungsdampfer herausstellt. Um 0700
britischen Frachter "Glenturret" gestoppt, entlassen mit dem Befehl, in Penang zu melden, daß der
Kommandant der "Emden" angesichts der vielen Boote im Hafen keine Notwendigkeit gesehen habe, selbst
Überlebende der "Schemtschug" zu retten und daß er den Beschuß des Regierungsdampfers, der zunächst
für ein Torpedoboot gehalten worden war, bedauert. Unmittelbar danach kommt ein neuer Gegner in
Sicht, der auf eine Entfernung von 7000 Metern als französischer Torpedobootszerstörer "Mousquet"
erkannt wird. "Emden" eröffnet auf 4300 m das Feuer, worauf "Mousquet" zunächst Richtung abdreht und
Torpedos schießt. Nach 10 Salven wird das Feuer eingestellt. Da "Mousquet" aber nicht die Flagge
einholt und auch die Torpedoarmierung noch einsatzbereit zu sein scheint, schießt "Emden" erneut 10
Salven, worauf "Mousquet" sinkt. 39 Mann der Besatzung sind im Gefecht gefallen, 1 entkommt
schwimmend zur nahen Küste, während "Emden" 36 Überlebende aufnimmt, was ihr in der Gegnerpresse
hoch angerechnet wird. Verfolgt vom Zerstörer "Fronde" läuft "Emden" schließlich ab. Stunden später
schüttelt sie den Verfolger in einer Regenbö ab.
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| 29.10. | Bestattung zweier in der Nacht verstorbener Schwerverwundeter der "Mousquet" auf hoher See.
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| 30.10. | Bestattung eines weiteren Matrosen der "Mousquet", der inzwischen seinen Verwundungen erlegen war.
Gegen 0400 Dampfer "Newburn" mit einer Ladung Salz auf deutsche Rechnung angehalten und mit den
französischen Gefangenen nach Sabang ins dortige holländische Krankenhaus entlassen. Kurs auf
Treffpunkt mit "Buresk" genommen.
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| 31.10. | Am vereinbarten Treffpunkt "Buresk" angetroffen und mitgenommen.
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| 01.11. | Bekanntgabe der Beförderungen von ca. 40 Besatzungsmitgliedern durch den Kommandanten.
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| 02.11. | Nahe Padang (Sumatra) außerhalb der niederländischen Dreimeilenzone gekohlt, anschließend Kurs auf
die Sunda-Straße zwischen Sumatra und Java.
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| 05.11. | Nach erfolgloser Suche vor der Sunda-Straße Kurs West zum Treffpunkt mit "Exford"
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| 07.11. | Am Abend Treffpunkt erreicht, jedoch "Exford" nicht angetroffen, Suchkurse gelaufen
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| 08.11. | "Exford" angetroffen, als Ursache der Verzögerung stellte sich ungenaue Navigation heraus, da beim
letzten Zusammenliegen eine Chronometer- und Instrumentenabstimmung nicht erfolgt war. Diese
Unterlassung sollte für "Emden" schicksalhaft werden, da ein für diesen Tag geplantes Unternehmen
auf den folgenden Tag verschoben werden mußte. "Exford" wurde nach Austausch von Offizieren und
Mannschaften auf einen neuen Treffpunkt bei der Insel Sokotra vor dem Roten Meer entlassen, da
Kapitän von Müller das Operationsgebiet nunmehr nach dem folgenden Tag komplett verlegen wollte.
Um 1900 "Buresk" auf Treffpunkt 30 sm nördlich der Cocos-Inseln entlassen. Mit dem für den folgenden
Tag geplanten Unternehmen gegen die Kabel-Station auf Direction Island (Cocos Islands) plante
Kapitän von Müller, den Seeverkehr bei Australien zu beunruhigen und gleichzeitig feindliche Kräfte
in der Gegend zu konzentrieren, während er mit der "Emden" nunmehr im westlichen Indischen Ozean
operieren wollte, nachdem er erfahren hatte, daß "Königsberg" im Rufiji-Delta endgültig von
britischen Streitkräften blockiert worden war.
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| 09.11. | 0600: Nordinsel in Sicht
0630: Vor Port Refuge geankert, Landungszug (50 Mann) mit Dampfpinasse und beiden Kuttern ausgesetzt.
Ein Funkspruch "Strange warship off entrance" (Fremdes Kriegsschiff vor der Einfahrt) wurde
minutenlang von der Funkstation gestört, bis der Landungszug die Funkstation erreicht und den
Mast gesprengt hatte. Nach Aussage des "Emden" - Funkpersonals steht das nächste gegnerische
Kriegsschiff, das auf den Ruf reagiert hat, noch 250 sm ab. Daher "Buresk" über Funk zum
Kohlen herbeibeordert, jedoch zunächst erfolglos.
0900: Eine schwere Rauchwolke wird zunächst für die verspätete "Buresk" gehalten, um 0915 aber als
Kreuzer mit 4 Schornsteinen angesprochen. Mit Flaggen- und Sirenensignalen Landungszug
zurückbeordert, Dampf auf in allen Kesseln.
0917: "Emden" läuft mit der jeweils möglichen Höchstfahrt auf nördlichem Kurs aus der engen,
korallengesäumten Einfahrt aus, um für den bevorstehenden Kampf Bewegungsfreiheit zu haben,
wobei der Landungszug zurückgelassen werden muß. Der im Nordosten mit Südkurs nahende Gegner
dreht heran und kommt an Steuerbord zum laufenden Gefecht auf.
0940: "Emden" eröffnet das Feuer
0941: Gegner eröffnet das Feuer, Aufschläge lassen erkennen, daß es sich nicht um "Newcastle"
handelt, wie zuerst vermutet, sondern dieser Gegner durchweg mit 6"(15 cm)-Geschützen armiert
ist, während "Emden" nur über 10 x 10,5 cm verfügt. "Emden" erzielt mit der dritten Salve
Treffer im Entfernungsmesser, mit der achten Salve erhebliche Brandwirkung beim Gegner.
1000: "Emden" erhält den ersten Volltreffer, der den Funkraum komplett zerstört. Von diesem
Zeitpunkt an schießt der Gegner die an Fahrt und Artillerie unterlegene "Emden" systematisch
zum Wrack, wobei eine Entfernung von 7000 Metern nicht unterschritten wird, während die
deutschen Torpedos eine maximale Reichweite von 3500 Metern haben. In aussichtsloser Lage
nimmt Kapitän von Müller Kurs auf die Koralleninsel North Keeling, wo er "Emden" um 1115 auf
Grund setzt, um möglichst vielen von seinen unter dem Panzerdeck eingeschlossenen Männern
das Leben zu retten, da das Schiff inzwischen nicht mehr einsatzfähig zu machen ist.
1120: Der Gegner stellt das Feuer ein und nimmt die Verfolgung der inzwischen herangekommenen
"Buresk" auf. Von 314 Mann an Bord der "Emden" sind 133 gefallen und weitere 49 schwer
verwundet. Die Besatzung zerstört alles noch Brauchbare, damit es nicht dem Gegner in die
Hände fällt. Mehrere Männer kommen beim Versuch, die Insel North Keeling schwimmend zu
erreichen, um. Da alle Boote zerschossen sind, müssen die Überlebenden zunächst auf dem Wrack
bleiben.
1600: Der gegnerische Kreuzer kommt zurück, die Kutter der von der Prisenbesatzung selbst versenkten
"Buresk" im Schlepp. Ein Signal wird auf "Emden" mangels Signalbuch nicht verstanden, dieser
Umstand durch Winkspruch mitgeteilt. Der Gegner eröffnet das Feuer erneut, wodurch noch einmal
25 Schwerverwundete und Gefallene zu beklagen sind. Die immer noch wehende Kriegsflagge wird
nicht getroffen. Erst als Kapitän von Müller mit Rücksicht auf die Schwerverwundeten die Flagge
niederholen und auf der Back ein weißes Tuch schwenken läßt, stellt der feindliche Kreuzer das
Feuer endgültig ein und läuft ab. Durch Leutnant Fikentscher, der mit einem Kutter der "Buresk"
mit Trinkwasser und Medikamenten zum Wrack geschickt wird, erfahren nun die Männer, daß ihr
Gegner "H.M.A.S. Sydney" war, die zunächst auf Direction Island die Lage erkunden will, da die
dortige Funkstation nicht mehr geantwortet hat. In der einbrechenden Dämmerung ist jedoch das
Einlaufen zu gefährlich, so daß "Sydney" während der Nacht vor der Einfahrt kreuzt.
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| 10.11. | Eine weitere gründliche Suche nach Überlebenden auf der "Emden" wird um 0200 abgeschlossen. Am
Morgen entsendet "Sydney" vorsichtig einen Landungszug nach Direction Island, wo jedoch der
deutsche Landungszug der die Insel inzwischen mit "S.M.S. Ayesha" verlassen hat, nicht mehr
vorgefunden wird. Nach einem weiteren Besuch beim Wrack der "Emden" im Morgengrauen erscheint
"Sydney" gegen 1300 erneut. Wegen der hohen Zahl der Schwerverwundeten gestaltet sich die Bergung
der Überlebenden als zeitraubend. Bevor sie als Letzte das Wrack verlassen, stecken Kapitän von
Müller und Leutnant Fikentscher noch das Vorschiff in Brand, nachdem das Achterschiff bereits nach
dem Gefecht völlig ausgebrannt war. Wegen der inzwischen einbrechenden Dunkelheit ist die Bergung
der auf North Keeling befindlichen Männer an diesem Tag nicht mehr möglich.
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| 11.11. | Nach Bergung der Überlebenden auf North Keeling läuft "H.M.A.S. Sydney" Direction Island an, um den
von dort mitgenommenen Arzt wieder abzusetzen und nimmt anschließend mit den Überlebenden der
"Emden" Kurs auf Colombo.
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