S.M.S. Scharnhorst Deutsches Kreuzergeschwader Ostasien S.M.S. Gneisenau
    Bildergalerie     zurück zur Hauptseite

Die Falklandschlacht

Vorgeschichte
Am Morgen des 8.Dezember 1914 näherte sich das "Geschwader Spee" Falkland von Süden. Als das Land in sicht kam, trennten sich "Gneisenau und "Nürnberg" vom Geschwader. Sie sollten nach Stanley-Harbour laufen, um mögliche Werftanlagen und Vorräte des Gegners zu zerstören.

Der Feind kommt in Sicht
Als die Hafeneinfahrt in Sicht kam zeichnete sich auch eine dünne Rachsäule am Horizont ab. Waren etwa Vorräte angesteckt worden? Bald schon traten Mastspitzen aus den größer werdenden Rauchschwaden hervor. Zwei davon begannen sich zu lösen und zogen nach Osten, in Richtung des Leuchtturmes von Kap Pembroke. Kein Zweifel - "Gneisenau" und "Nürnberg" waren entdeckt worden. Diese vermehrten nun die Fahrt, um den möglicherweise auslaufenden Kreuzer noch in der Einfahrt zu stellen. In der Folge tauchten nun immer mehr Mastspitzen am Horizont auf, so daß man auf über sechs Schiffe schließen konnte. Dies wurde sofort per Funkspruch an "Scharnhorst" gemeldet. Admiral Graf Spee befahl darauf das Unternehmen abzubrechen und sich beim Flaggschiff zu sammeln. Als die ersten Granaten neben den deutschen Kreuzern ins Wasser fielen, drehten diese nach Osten ab und schlossen nach etwa einer Stunde Fahrt zum Rest des Geschwaders auf. Gemeinsam ging die Fahrt weiter. Inzwischen war Graf Spee klar geworden, daß man auf überlegen feindliche Kräfte gestoßen war. Obwohl Das Geschwader mit Höchstfahrt abdampfte, begannen sich aus dem Feld der Verfolger zwei Schiffe abzuheben. Sie waren offensichtlich größer und schneller als die Anderen. Es wurde immer wahrscheinlicher, daß es sich um englische Schlachtkreuzer handelte.

Die Schlacht beginnt
Gegen Mittag, als der Gegner noch ca. 16 Kilometer zurück stand, wurde das Feuer eröffnet. Bald stiegen zu beiden Seiten der "Leipzig", die am weitesten zurückstand, hohe Wassersäulen auf. Auch neben "Scharnhorst" und hinter "Gneisenau" schlugen bald Geschosse ein. Der Gegner hatte offensichtlich schon seine Gefechtsentfernung erreicht.
Es war nun klar, daß es sich wohl um die letzte Schlacht des "Geschaders Spee" handeln würde. Deshalb entließ der Geschwaderchef die kleinen Kreuzer "Leipzig", "Dresden" und "Nürnberg", die daraufhin nach Steuerbord abdrehten. Mit unzureichender Panzerung und Bewaffnung würden sie dem Gegner nur Kanonenfutter sein.
"Gneisenau" und "Scharnhorst" hingegen drehten dem Feind entgegen, da ein Entkommen nicht möglich war. Sie standen den englischen Schlachtkreuzern "Invincible" und "Inflexible" gegenüber. Sie waren mit ihren 30,5 cm Geschützen weitaus überlegen. Ihre Granaten hatten das dreifache Gewicht. Sie formierten sich an Backbord in Linie und bald begann die Schlacht.
Gegen 13 Uhr gab es die ersten schweren Treffer auf "Gneisenau". Im Verlaufe gelang es den Abstand von 15 auf 11 Kilometer zu verringern, so daß die 21 cm Geschütze der deutschen schweren Kreuzer ebenfalls Wirkung zeigten. Daraufhin drehte der englische Admiral nach 45-minütigem Kampf nach Norden ab, um die Entfernug wieder zu erhöhen. Graf Spee hingegen ließ nach Süden drehen, wo am ehesten schlechteres Wetter und damit die Chance zu entkommen, zu erwarten war. Bald schon schwenkte der Gegener wieder zurück und eröffnet auf eine Entfernung von 17 Kilometer erneut das Feuer. Erst auf ca. 15 Kilometer gegen 14:30 Uhr nahmen auch die deutschen Kreuzer wieder den Kampf auf. Eine weitere Annäherung verhinderte der Feind jedoch diesmal. Die Treffer der englischen Einheiten wurden nun zahlreicher. Durch die große Gefechtsentferung schlugen die Geschosse in sehr steilem Winkel ein, durchschlugen somit die wesentlich dünnere Panzerung des Decks und richteten erhebliche Schäden an. Es kam zu größeren Wassereinbrüchen durch Treffer im Unterwasserbereich. "Scharnhorst" drehte nun rechtwinklig auf en Gegner zu. Im ganzen Schiff wüteten Feuer und schwere Wassereinbrüche."Scharnhorst" began sich bedrohlich nach Backbord zu legen und der Bug senkte sich immer tiefer. Als der vordere Turm noch etwa 2 Meter über Wasser war, feuerte er den letzten Schuß. Die Schraube hoben sich in die Luft und um 16:16 glitt das Schiff mit dem Bug voran in die Tiefe. 795 Mann fanden den Tod.
Nun hatte "Gneisenau" mit beiden Schlachtkreuzern zu kämpfen. Ein drittes Schiff, der Panzerkreuzer "Carnarvon", mit 19 cm Geschützen bewaffnet, griff von achtern in die Schlacht ein. Bald feuerte nur noch der vordere Turm der "Gneisenau", und auch hier wurde die Munition knapp, da sie von den anderen Geschützen herangeschafft werden musste. Nach kurzer Pause verließt gegen 17:20 Uhr die letzte Granate, die noch herangeschafft werden konnte den vorderen Turm und schlugt auf "Invincible" ein. Bald stellt auch der Gegner das Feuer ein. Da die nun gefechtsunfähige "Gneisenau" immer noch schwimmfahig war, befahl der Kommandant "Kapitän zur See Maerker" das Schiff zu fluten, um es nicht in die Hand des Gegners fallen zu lassen. Das Schiff legte sich nach Steuerbord und der Kommandant befahl "Alle Mann von Bord!". Dann drehte sich der rote Rumpf nach oben. Nach fünf Stunden Kampf versank "S.M.S. Gneisenau" gegen 18:00 Uhr über Heck in den Tiefen des Meeres. Obwohl das Wasser nur drei Grad warm war wurden 187 Mann von den drei englischen Schiffen gerettet.

Die kleinen Kreuzer
Die drei kleinen Kreuzer waren gegen 13:20 Uhr nach Westen abgedreht. Die Kreuzer "Cornwall", "Kent" und "Glasgow" liefen ihnen jedoch hinterher. Auch den kleinen Kreuzern gelang es nicht sich abzusetzen. Die "Glasgow" eröffnete zuerst das Feuer auf die am Ende laufende "Leipzig". Da die kleinen Kreuzer schlechter gepanzert waren und ihre 10,5 cm Geschütze gegen die 15 cm Geschütze der Gegner nicht bestehen konnten, blieb ihnen nur die Möglichkeit in unterschiedlichen Richtungen auseinanderzulaufen. "Glasgow" und "Cornwall" verfolgten "Leipzig" und "Nürnberg" hatte "Kent" im Nacken.

Nach zwei Stunden Verfolgung mußte "Leipzig" die ersten Treffer hinnehmen. Dann gab es kein Entrinnen mehr. "Leipzig" erziehlte zwar auch auf dem Panzerkreuzer "Cornwall" einige Treffer, die aber nicht viel Schaden anrichten konnten. Zudem ging der Vorrat an Granaten zu Ende, der ja schon in der Schlacht bei Coronel dezimiert worden war. Bald brannte das ganze Schiff. Als das letzte Geschoss verfeuert war, versuchte der Kommandant FKpt Haun noch mit den Torpedos anzugreifen. Diese verfehlten jedoch ihr Ziel. So mußte Haun die Versenkung anordnen. Das Schiff sank um 21:23 Uhr über Bug. Lediglich 18 Mann wurden gerettet.

Im Zusammenhang mit dem Untergang der "S.M.S. Leipzig" entstand die Legende, daß auf dem bereits gekenterten Schiff vier Mann eine Flagge hochgehalten haben sollen.
Der Marinemaler Hans Bohrdt interpretierte dies in seinem zeitgenössischen Gemälde "Der letzte Mann" der damaligen Zeit entsprechend.

Auch der "Nürnberg" war es nicht besser ergangen. Sie wurde von dem überlegenen Panzerkreuzer "Kent" zusammengeschossen. Auch hier schlug der vom Kommandanten Kapitän zur See von Schönberg angeordnete Torpedoangriff fehl. Auch die "Nürnberg" sank nach vorheriger Sprengung um 19:27 Uhr in den Tiefen des Meeres. 320 Mann fanden den Tod, nur sieben wurden gerettet.
Einzig der leichte Kreuzer "Dresden" konnte entkommen. "Dresden" bereitete den Engländern in den darauffolgenden Monaten noch große Probleme. Dies werde ich jedoch noch getrennt schildern.

Insgesamt hatten die Engländer an diesem Tage nur zwöf Tote zu beklagen. In der letzten Schlacht des "Deutschen Kreuzergeschwader Ostasien", der die Panzerkreuzer "Scharnhorst" und"Gneisenau", die kleinen Kreuzer "Leipzig" und Nürnberg" sowie die Hilfsschiffe "Baden" und "Santa Isabel" zum Opfer gefallen waren, fanden über 2200 deutsche Marinesoldaten den Tod.

 © 2003-2004 www.kreuzergeschwader.de zurück  top